„Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt.“

Homöopathie ist die Bezeichnung für eine eigenständige medikamentöse Heillehre, die von dem deutschen Arzt Samuel Hahnemann (1758-1843) vor mehr als 200 Jahren begründet wurde.
Der Name stammt aus dem Griechischen: homios = ähnlich, pathos = Leiden

Die Homöopathie unterscheidet sich durch ihre Grundsätze von allen anderen Heilverfahren. Sie lehrt, dass das Ziel der Behandlung eines Erkrankten immer die Heilung ist. Viele andere medikamentösen Behandlungsmethoden sind im Vergleich dazu gegen Symptome gerichtet. Nach der homöopathischen Lehre kann eine Heilung durch Medikamente nur dann erreicht werden, wenn sich die Behandlung nach den Grundsätzen des Ähnlichkeitsgesetzes richtet. Das Ähnlichkeitsgesetz lautet kurz zusammen gefasst: was gesunde Menschen krank machen kann, kann unter bestimmten Voraussetzungen kranke Menschen auch heilen.

Solche Beobachtungen finden sich schon bei Ärzten der Antike, z. B. bei Hippokrates (460-375 v. Chr.). Sie berichten von Heilungen, nach dem der Kranke giftige Stoffe - von Pflanzen, Mineralien oder Tieren stammend - eingenommen hatte. Auch Paracelsus (1491-1541) arbeitete nach dem Ähnlichkeitsprinzip und benutzte Extrakte aus Pflanzen, deren Heilwirkung man durch ihr Äußeres erkennen und dann bestimmten Krankheiten zuordnen konnte. Hahnemann war allerdings der Erste, der durch Versuche an gesunden Menschen hier eine Gesetzmäßigkeit der Natur feststellt.

Er nannte dieses Gesetz „Similia similibus currentur - Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“. In der Homöopathie wird eine Arznei in hohen Verdünnungen (sog. potenzierte Arznei) eingesetzt. Neben der klassischen Homöopathie, die mit Einzelmitteln arbeitet, gibt es auch die Möglichkeit, organspezifisch zusammengestellte Komplexmittel (mehrere homöopathische Mittel zusammen) zu nutzen.

Durch Hahnemanns Forschungen und Anwendungen an seinen Patienten wurde zum ersten Mal in der Geschichte der Medizin die Homöopathie als eine komplexe Heilmethode vorgestellt und definiert. Durch seine medizinischen Schriften (z. B. „Organon der rationellen Heilkunst“) und seine pharmakologischen Werke („Materia Medica“) legte er die bis heute gültigen wissenschaftlichen Grundlagen der Homöopathie.

Die homöopathische Behandlung von Mensch und Tier unterliegt nach Hahnemann den gleichen Gesetzmäßigkeiten. Allerdings sind bei der homöopathischen Behandlung in der Tierheilkunde viele Besonderheiten zu berücksichtigen. Mensch und Tier unterscheiden sich sowohl in Anatomie, Physiologie und Pathologie als auch in ihrem Verhalten und ihrer Psyche. Hier ist also ein umfangreiches, vollständiges und komplettes Fachwissen des Tierheilpraktikers Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung.

Je besser der homöopathiekundige Tierheilpraktiker die „Äußerungen“ der tierischen Patienten übersetzen kann, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, das passende Mittel zu finden. Ein Tierheilpraktiker kann außerdem Tierhalter und Züchter begleiten und dabei unterstützen, das Prinzip dieser umfassenden Therapieform zu verstehen und selbst anzuwenden.

Wir weisen darauf hin, dass die genannten naturheilkundlichen Behandlungsmethoden wissenschaftlich nicht oder nur teilweise anerkannt sind.