Osteopathische Hundetherapie

Artikel unserer ehemaligen Schülerin Anne Terbrüggen 

 

Schon lange versuchten die Menschen Schmerzzustände mit den Händen zu lindern.  
Dr. Andrew Taylor Still (1828-1917) gilt als der Begründer der Osteopathie. Vordergründig für ihn waren die Ganzheitlichkeit und die Aktivierung der Selbstheilungskräfte. Die manuelle Therapie bei Bewegungseinschränkungen kam erst viel später hinzu.

Was in der Humanmedizin schon fest integriert ist, erlangt auch in der Veterinärmedizin immer größere Bedeutung. So stellte der schwedische Psychologe und Hundetrainer Anders Hallgren eine Verbindung zwischen Auffälligkeiten im Verhalten des Hundes und schmerzhaften Störungen im Bewegungsapparat fest. Bei seinen Untersuchungen litten über 63% der Hunde unter Rückenproblemen und bei mehr als der Hälfte zeigten sich abnorme Verhaltensauffälligkeiten.

Die osteopathische Hundetherapie vereint die Osteopathie mit der Physiotherapie. Die Ziele bestehen in der Beseitigung von Bewegungsverlusten in einem oder mehreren Gelenken, der Schmerzlinderung, zur Prävention, bei der postoperativen Rekonvaleszenz, bei orthopädischen Läsionen wie z. B., Lahmheiten, Stauchungen, Zerrungen, Muskelproblemen, degenerative Prozessen oder Sehnenproblematiken. Auch bei internistischen oder neurologischen Problemen kommt sie zum Einsatz. Zu Beginn der Behandlung steht natürlich die Anamnese. Darauf folgt die genaue Betrachtung des Hundes und die Beurteilung seines Bewegungsablaufes. Dysbalancen und Disharmonien können schon Hinweise auf eine Schonhaltung aufgrund von Schmerzen sein. Danach wird das Tier palpiert. Es werden Unterschiede im Muskeltonus, Temperaturunterschiede und tastbare Veränderungen an Knochen oder Gelenken erfasst. Ganz wichtig ist es hier, auf Reaktionen des Hundes wie z.B. Ausweichen, Knurren oder Schnappen zu achten.

Unsere Dozentin sagte immer: „Der Hund führt durch die Behandlung.“
Als Therapeut hat man nun seinen Befundbogen vor sich liegen und möchte seinen Patienten durchchecken. Wir kennen alle die Situationen in der alltäglichen Praxis: Der eine Hund spielt den Clown, der andere mimt den Reservierten, oder ein deutliches Zeichen, wie „Fass mich bloß nicht an!“ Das macht für mich die Sache so spannend. Jedes Tier hat seine Geschichte und mit der Osteopathie besteht die Chance ganz gefühlvoll herauszufinden, wo das Übel liegt.

 

„Mit den Händen lauschen“
Diese Worte beschreiben für mich am besten die Osteopathie, denn genauso verhält es sich. Wie man die Behandlung anfängt, hängt ganz vom Tier ab. Oft geht eine Massage voraus, einfach um eine Verbindung aufzubauen. Sich spielerisch auf seinen vierbeinigen Patienten einzulassen ist am Anfang wichtig. Stimmt die Vertrauensbasis kommt man dem Locus dolenti mit detektivischer Feinarbeit auf die Spur.

 

Tierheilpraktikerin und osteopathische Hundetherapeutin  
Anne Terbrüggen
Im Wiesengrund 57
48565 Steinfurt

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