Alles muss raus! Entgiftung und Ausleitung als naturheilkundliches Verfahren in der Tierheilpraxis

Auszug aus der Facharbeit von unserer ehemaligen Schülerin Henriette Hegener

 

Grundlagen
Alles, was in den Körper gelangt, muss auch wieder heraus. Den Anfang macht die Nahrung, die verstoffwechselt werden muss. Dabei fallen Endprodukte an, die extrem giftig sein können. Zudem wird nicht nur der Mensch, sondern auch die Tierwelt mit vielen schädlichen Stoffen konfrontiert. Es beginnt mit der Ernährung, geht weiter zu Medikamenten, Impfungen, Antiparasitenprodukten, Schwermetallen, Konservierungsmitteln, Weichmachern, Farbstoffen, Umweltgiften wie Pestiziden, Fungiziden, Düngemitteln, Nikotin, Herbiziden, Chemikalien in Stoffen, Möbeln und Wasser usw. Die Aufnahme von Giften ist nicht zu verhindern und solange diese Toxine als Schlackeprodukte den Körper belasten, kann eine naturheilkundliche Therapie nie ihren vollen Erfolg zeigen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat schon vor 30 Jahren festgestellt, dass 80 Prozent aller chronischen Erkrankungen beim Mensch mit Umweltgiften in Zusammenhang stehen. Somit können wir davon ausgehen, dass unsere Haustiere in einer ähnlichen Misere sind.

Die Hauptausscheidungsorgane Niere, Leber und Haut sind mit der Menge der Belastungen meist überfordert. Gift- und Schlackenstoffe werden folglich im Körper abgelagert, anstatt vollständig ausgeschieden zu werden. Bevorzugte Speicherorte für diese sogenannten Toxine sind das Unterhautfettgewebe, Gelenkkapseln, Muskeln und Sehnen. Je mehr Schlackedepots angelagert werden, desto schneller kommt es zu einer Übersäuerung der Gewebe.

Zudem wird der Austausch zwischen Parenchymzelle und Extrazellulärraum behindert oder sogar unmöglich gemacht. Dadurch wird die Ver- und Entsorgung der Zellen mehr und mehr unterbunden und der physiologische Ablauf der Funktionen gestört.

Die Folge sind die Entstehung und Förderung von verschiedensten akuten und chronischen Krankheiten, bedingt durch die Überlastung des Körpers.

Das bedeutet, dass das Bindegewebe entgiftet und die gestörte Entgiftungs- und Ausleitungsarbeit der Organe unterstützt werden muss. Dabei ist es wichtig, jeden Patienten individuell zu betrachten und die Therapie entsprechend darauf abzustimmen.

 

Typische Folgekrankheiten eines „vergifteten“ Körpers können sein:

  • Allergien
  • Überempfindlichkeiten (Intoleranzen)
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • Hauterkrankungen
  • Magen- und Darmerkrankungen
  • Verhaltensauffälligkeiten (Unruhe, Schlaflosigkeit, Hyperaktivität, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Depression)
  • Erkrankungen/Schädigungen der Organe

Die Ausleitung aller toxischen Stoffe übernehmen die Haut sowie die exkretorischen und sekretorischen Organe. Zur Unterstützung der Ausleitung können physikalische Ableitungsverfahren zusätzlich angewandt werden (siehe Kapitel Physikalische Ableitungsverfahren). Eine gewisse Anpassung der Ernährung ist in jedem Fall eine sehr förderliche Maßnahme, um den Körper nicht ständig erneut zu belasten. Dazu eignet sich hervorragend die biologisch artgerechte Rohfütterung.

 

Wann ist eine Entgiftung und Ausleitung sinnvoll und wann nicht?
Eine Entgiftung und Ausleitung mit anschließender Darmsanierung ist immer dann nötig, wenn der Körper des Tieres durch Toxine belastet wurde wie beispielsweise durch eine Wurmkur, anderen Parasitenbeseitigungsmitteln, Antibiotika, Kontakt mit Giften aus der Agrarwirtschaft, nach einer Operation, nach längerer Schmerzmitteltherapie, langfristige Fütterung mit Trockenfutter et cetera.

Eine Entgiftung mit Ausleitung schafft eine sehr gute Grundlage, um aufnahmefähiger für weitere naturheilkundliche Verfahren zu werden. Nicht unbedingt sinnvoll ist eine Entgiftung, wenn das Tier sehr geschwächt, schwer erkrankt oder trächtig/säugend ist.

Bei sehr empfindlichen oder auch psychisch und körperlich belasteten Tieren sollte man individuell entscheiden und sehr vorsichtig vorgehen.

In jedem Fall sollte man mit sehr viel Zeit und Geduld an eine Entgiftung herangehen. Schlacken, die sehr lange im Körper gelagert wurden, brauchen meist genauso lange, um wieder ausgeschieden zu werden. Und man sollte sich immer bewusst sein, dass manche Schlacken so manifestiert sind, dass sie nicht mehr freigegeben werden (z.B. Impfschäden). Dafür hat der Körper gute Gründe. Denn wie man in der Krebstherapie oft beobachten kann, ist es manchmal besser “das Fass nicht zu öffnen“, also ein entsprechendes Gift nicht auszuleiten, denn es können ungeahnte Überraschungen auf einen zukommen. 

 

Entgiftung und Ausleitung – Möglichkeiten und Methoden

  • Algen
  • Vitalpilze
  • Fasten
  • Wickel
  • Aderlass
  • Blutegeltherapie
  • Basische Bäder (vorzugsweise Pfotenbäder)
  • Ausleitung mit Hilfe von Phytotherapie
  • Schröpfen
  • Cantharidenpflaster (dazu muss eine Stelle am Fell freigesetzt werden)
  • Schwitzkuren
  • Akupunktur
  • Fertigpräparate (z.B. Basis-Ziegenkolostrum von J. Ziegler)
  • homöopathische Komplexmittel (z.B. Meta Fackler)
  • und viele mehr

 

Ernährung als Grundlage
Ich möchte nicht grundlegend auf die Ernährung des Hundes eingehen. Dieses Thema ist viel zu umfangreich, um ihm nicht einen eigenen Artikel zu widmen. Aber es muss unbedingt in Bezug auf das Thema Entgiftung und Ausleitung angerissen werden. Die richtige Nahrung ist die Grundlage für ALLES. Schon alleine durch eine spezielle Diät kann man eine Entgiftungs- und Ausleitungskur durchführen.

Da viele unsere Hunde mit Trockenfutter gefüttert werden, werden unsere Tiere schon mit vielerlei Zusatzstoffen konfrontiert. Zunächst wird Trockenfutter hocherhitzt, was dafür sorgt, dass natürliche Vitamine zerstört werden. Künstlich werden dann synthetische Vitamine zugefügt, um das Futter haltbar zu machen. Die meisten Trockenfuttersorten bestehen zum Großteil aus Getreide. Getreide sollte der Hund allerdings besser nur in sehr geringen Mengen bis gar nicht bekommen. Außerdem werden oft minderwertiges Fleisch oder sogar Abfallprodukte (tierische Nebenerzeugnisse, Tiermehl usw.) verwendet. Bei Dosenfutter ist es ähnlich, allerdings ist es etwas besser geeignet, da das Futter nicht trocken ist. Allerdings gibt es auch hier viele minderwertige Produkte auf dem Markt.

Was diese und noch viele andere Inhaltsstoffe anrichten können, sollte man in entsprechender Fachliteratur nachlesen.

Eine gute Möglichkeit, dem Hund eine abwechslungsreiche und artgerechte Nahrung zu bieten, ist die biologisch, artgerechte Rohfütterung (BARF). Mit dieser Fütterung kann man immer individuell und gezielt auf die Bedürfnisse des Hundes eingehen. Denn die Bedürfnisse verändern sich durch viele Umstände wie Jahreszeitenwechsel, Fitness, Wetter, Krankheit, Alter, Umgebung, Stress usw.

 

Tierheilpratikerin
Henriette Hegener
Glückaufsegenstraße 82-86
44265 Dortmund

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www.tierheilpraxis-hegener.de